Beisenkamp Gymnasium Hamm

Aktuelles

USA-Tagebuch

19 Schülerinnen und Schüler des Beisenkamp Gymnasiums halten sich zur Zeit in den USA auf. Sie sind dort Gäste an unserer Partnerschule „Chattanooga High School Center of Creative Arts“. Als besonderen Service für alle Eltern, Freunde und Mitschüler bieten wir hier aktuelle Reiseberichte, die Melina in loser Folge von Chattanooga aus einstellt.

Ein Tag an der Hixson High School am 07.10.08

Heute waren wir an der Hixson High School, einer klassischen amerikanischen High School in Chattanooga, Hixson. Zuerst haben wir uns an der CCA (Center for Creative Arts) getroffen und wurden mit privaten Fahrzeugen zu der anderen Schule gebracht. Vor Ort wurden wir herzlich von der Schulleitung empfangen. Um dort den regulären Schulalltag einer klischeehaften amerikanischen High School miterleben zu können, sind wir durch ein Lossystem einem Schüler zugeteilt worden, der uns durch seinen Schulalltag geführt hat. Unsere Erwartungen entsprechen dem typischen Bild von High Schools, die in manchen Filmen vermittelt werden. In den einzelnen Stunden haben wir uns vorgestellt und so manche Fragen der Amerikaner beantwortet. Für uns war es interessant die Schulfächer kennen zu lernen, den Alltag zu erleben und sogar im Unterricht mitzuarbeiten. Anders war, dass die Fächer der Hixson HighSchool überwiegend akademischer Art waren. Das heißt zum Beispiel: Statistik, Mathematik, Religion und Psychologie. Diese Fächer waren auch wie an unserer Partnerschule, der CCA, in Blöcke, die zwei deutschen Unterrichtsstunden entsprechen, aufgeteilt. Unsere Erwartungen haben sich noch mehr erfüllt, als wir mit unseren zugeteilten Schülern zum ersten Lunch gegangen sind. Auffällig war für uns die verstärkte Gruppenbildung. Eingeteilt waren die Schüler nach Beliebtheit und Tätigkeiten in der Schule, wie Cheerleader, Footballspieler und Baseballspielern sowie auch computerinteressierte Schüler. Dieses hat uns sehr fasziniert, weil wir solche Konstellationen nur aus Filmen kennen. Die Unterrichtsstunden waren auch für uns interessant, da wir ja auch am Beisenkamp mehr akademische Fächer haben, als die Schüler an der CCA. Außerdem wählen sie im Vergleich zu der Hixson High School zwischen mehr künstlerischen und musikalischen Fächern, da es ja bekannterweise eine Schule für „Creative Arts“ ist. Im Vergleich zum Beisenkamp und auch zur CCA ist die Hixson High School mehr sportinteressiert, dass heißt es gibt verschiedenste Sportteams für Baseball, Football, Cheerleading und Weiteres. Um viertel vor zwei war der Schultag an der Hixson High für uns schon zu Ende. Wir haben als Abschluss noch ein Gruppenfoto für das CCA Jahrbuch gemacht, haben uns von unseren „Guides“ verabschiedet und auch noch einige Adressen ausgetauscht, um in Kontakt zu bleiben.

Bootsfahrt nach Kirchenbesuch am 05.10.08

Den Sonntagmittag verbrachte die deutsche Gruppe mit einigen amerikanischen Austauschschülern und deren Familien auf dem Touristenschiff Southern Belle, das Rundfahrten auf dem Tennessee River anbietet. Pünktlich um 14:00 legte die Southern Belle ab und fuhr uns bei strahlendem Sonnenschein ueber den grossen Fluss, der sich durch Chattanooga schlängelt. Auf dem Weg konnten wir einige von Chattanoogas schoensten Attraktionen wie den bereits besuchten Aussichtspunkt Lookout Mountain, die weltlängste Fußgängerbrücke Walnut Brigde oder die glitzernde Skyline beobachten, während uns ein Kommentator dazu zusätzlich Informationen auf Englisch gab. Viele nutzen die Gelegenheit und machten Fotos, andere sonnten sich oder kauften sich zur Erfrischung ein Eis oder Getränke. Kurz vor Schluss um 15:15 spielte die Southern Belle ihr berühmtes Klangspiel, mit dem wir an der Haltestelle anlegten und uns noch etwas in dem Touristenladen umsahen. Danach machten sich alle mit ihren Gastfamilien auf den Weg nach Hause.

Kirchenbesuch am 05.10.08

Um 20 vor elf trafen wir uns vor der Kirche Oliver Baptist und nahmen Platz. In der Kirche saßen schon einige Leute, die meisten waren farbig und deutlich älter als wir Jugendlichen. Wir Deutschen füllten in der großen Kirche nur zwei Bänke, die direkt hintereinander platziert waren. Die Kirche begann relativ pünktlich um 11 Uhr mit dem Gesang des Chores. Nach einigen Minuten stiegen der Pastor und ein anderer Vertreter der Kirche etwas weiter oberhalb in ein großes Wassergefäß, das einer Badewanne ähnelte. Kurz darauf sprach der Pastor einige Worte und ein kleiner Junge erschien. Dieser wurde getauft. Er musste einige Fragen beantworten. Zum Schluss wurde er vom Pastor in das große Wassergefäß in dem sie schon standen, komplett untergetaucht. Einige weitere Taufen folgten. Nachdem diese beendet waren begann der Gospel-Chor wieder mit tollem Gesang. Einige Lieder später konnten wir auch mitsingen, da auf Leinwänden, die in der Kirche hingen, die Liedtexte erschienen. Die Lieder waren zwar ziemlich gottesbezogen, aber modern und sehr emotional. Die Atmosphäre war unglaublich toll! Bei vielen Liedern hielten wir uns an den Händen oder schauten unserem Nachbarn in die Augen und sprachen laut nach, was der Pastor predigte. Einige Zeit später hatten wir sogar die Möglichkeit nach vorne zu kommen. Viele Menschen nutzten diese Chance, unter anderem auch 3 Schüler von uns (Anita, Robert und Melina). Wir beteten etwas und bevor wir zu unseren Plätzen zurückkehrten, umarmten die Leute, die vorne standen, einander. Egal ob klein, groß, behindert oder alt. Jeder wurde fest gedrückt! Das war ein unbeschreibliches Gefühl. Viele Augen füllten sich mit Wasser und Freundestränen flossen. Danach zog sich die Messe noch ziemlich lang hin, denn der Pastor redete fast die ganze Zeit sehr laut und emotional. Oft standen farbige Leute auf und stimmten mit Nicken und Handzeichen den Worten zu. Viele weinten, wahrscheinlich aus Glück und dem Gefühl, verstanden zu werden und in der Kirche einen Zusammenhalt der Gesellschaft gefunden zu haben. Einige Männer, Zitat: 17 young Josephs, sollten nach vorne kommen. Wieder war diese Gruppe auch durch einen deutschen Jungen vertreten. Später wurden die 7 Männer von anderen Leuten zu neuen Plätzen gebracht. Dies förderte die Gemeinschaft. Leider mussten wir die Kirche schon etwas früher verlassen, weil wir danach eine Bootsfahrt geplant hatten. Also bekamen wir an der Tür noch eine Art Hostie in einem kleinen Plastikgefäß, in dem unterhalb noch ein wenig roter Saft enthalten war. Herr Flaake bekam noch eine DVD und wir arrangierten weitere Tapes, da der komplette Gottesdienst mit Kameras aufgezeichnet worden war.

Ausflug nach Rock City und zu den Ruby Falls am 02.10.08

Am Donnerstag, dem 02.10.08, haben wir mit unseren Austauschpartnern und ein paar anderen Amerikanern Rock City und die Ruby Falls besichtigt. Rock City ist eine Art Garten, der sich auf dem Lookout Mountain von Tennessee befindet. Dort haben wir einen Rundgang gemacht. Der Weg führte durch und an vielen Felsen vorbei. Über eine lange Hängebrücke kam man zu einer Aussichtsplattform. Da das Wetter sehr gut war, konnte man von dort aus folgende sieben Staaten sehen: Virginia, Georgia, Tennessee, North Carolina, South Carolina, Alabama und Kentucky. Der Ausblick war fantastisch. Nachdem wir bei einem gegenüberliegenden Starbucks unsere Mittagspause eingelegt hatten, fuhren wir weiter zu den Ruby Falls, einer Tropfsteinhöhle mit unterirdischen Wasserfällen. Als wir die Ruby Falls erreichten, wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und sind mit je einem Führer mit einem Aufzug nach unten, in den Berg, gefahren. Dort wurde uns ein kurzer Film über die Geschichte der Ruby Falls gezeigt. Dann ging die Führung los. Wir gingen auf schmalen und niedrigen Wegen durch die Tropfsteinhöhle. Dabei kamen wir an „Gebilden“ vorbei, die aus Stalaktiten und Stalagmiten bestanden, die zum Teil auch aneinander gewachsen waren. Sie sahen oft aus wie Tiere. Der Höhepunkt unseres Weges war ein riesiger Wasserfall. Dieser war zunächst nicht beleuchtet, wurde dann aber in verschiedenen Farben angestrahlt. Es war wunderschön. Nachdem wir einmal um den Wasserfall gegangen waren, begaben wir uns auf den Rückweg unserer Führung. Danach gingen wir noch in den dazugehörigen Souvenirshop und fuhren dann zurück zur Schule.

Erster Besuch von Downtown Chattanooga am 30.09.08

Eigentlich war für heute ein ganz normaler Schultag mit unseren Austauschpartnern geplant. Es lief dann aber etwas anders, weil einige aus unserer Gruppe mit ihren Partnern zu einer Orchesterprobe nach Knoxville fahren durften. Deswegen entschied sich Herr Lange , mit dem Rest der Gruppe einen ersten Spaziergang nach Downtown Chattanooga zu machen. Ungefähr 20 Minuten dauerte es, vom Center for Creative Arts zum Tennessee River zu laufen. Auf dem Weg dorthin fotografierten wir fleißig amerikanische Häuser, deren Besitzer mit „Obama / Biden“- und „McCain/Palin“-Schildern im Vorgarten ihre Vorlieben für die Präsidentschaftskandidaten erkennen ließen. Ansonsten sieht man aber im Straßenbild nichts davon, dass hier in vier Wochen gewählt wird. Straßenwahlkampf wie bei uns mit Plakaten und Postern findet nicht statt. Dann erreichten wir die Frazier Avenue, eine Strasse am Tennessee River, direkt am Coolidge Park gelegen, mit vielen interessanten Geschäften, Gallerien, Restaurants. Uns faszinierten besonders in den Bürgersteig eingelassene Fußspuren aus Metall, die die Schrittfolgen verschiedener Standardtänze darstellten. Wir versuchten sie nachzutanzen, was nicht immer gelang. Unser Favorit war eindeutig „The Kiss“. Danach bewunderten wir den Coolidge Park mit seinen gepflegten Rasenflächen, geschwungenen Fußgängerwegen, Wasserspielen und sogar einem Pavillon mit einem alten Kinderkarussell, in dem wir auch später eine flotte Runde zu alter Drehorgelmusik drehen durften. Von Coolidge Park aus erstreckt sich die Walnut Street Bridge über den Tennessee River. Sie ist mit rund 800 Metern Länge angeblich die längste Fußgängerbrücke der Welt und erlaubt einen tollen Blick auf die Waterfront von Chattanooga. An ihrem Ende liegt das Hunter Museum of American Art hoch auf einem Felsen über dem Fluss. Auch von dort gibt es grandiose Aussichten auf Chattanoogas North Shore, die Brücken, die riesigen Aquarien und die Innenstadt insgesamt. Im Visitors Center konnten wir uns reichlich mit Informationsmaterial und ersten Souvenirs versorgen, bevor wir uns wieder auf den Rückweg zur Schule machten. Pünktlich zum Mittagessen trafen wir dort wieder ein.

Ein Tag in Knoxville am 30.09.08

An unserem zweiten Schultag hatten fünf Schüler unserer Gruppe die Chance, mit ihren Austauschpartnern und dem Schulorchester gemeinsam nach Knoxville, Tennessee zu fahren. Das Orchester der CCA und der dortigen Farragut Highschool sollten am Abend ein Konzert vorführen. Um neun Uhr fuhren wir also mit dem Schulbus in die ca. 1,5 Stunden entfernte Stadt. Als wir ankamen, sollte die erste gemeinsame Probe mit den beiden Musikgruppen stattfinden. Wir, die fünf deutschen Schüler und der uns begleitende Englischlehrer des Beisenkamps, Herr Flaake, wurden in der Zwischenzeit durch die Highschool geführt, welche die Klischees der amerikanischen Schulen wiederspiegelte. Die Klassenräume waren mit besonders typisch amerikanischen Tischen ausgestattet, an denen Tisch und Stuhl miteinander verbunden sind, ebenso bildete die Cafeteria einen riesigen Saal, an dem die kompletten Schüler Platz zum Essen finden sollten. Hier existierten sogar „Cliquentische“. An einem saßen beispielsweise nur die Cheerleader, am anderen wiederum die Footballspieler. Für uns war es sehr faszinierend, so etwas einmal hautnah mitzuerleben! Schließlich gelangten wir in eine Klasse, in der gerade Deutsch unterrichtet wurde. Die Schüler waren erst in ihrem zweiten Lernsemester, d.h. sie hatten erst Unterricht seit ca. sechs Monaten. Dem entsprechend konnten sie sich auch noch nicht flüssig unterhalten, doch im Großteil bemühten sich die meisten sehr. Es war eine relativ kleine Gruppe von etwa 16 Schülern, wobei erstaunlicherweise nur ein kleiner Anteil von Mädchen anwesend war. Nachdem wir uns kurz vorgestellt hatten, wurden wir in vier verschiedene Gruppen aufgeteilt, in denen wir Gesellschaftsspiele wie „Monopoly“ bzw. „Das Spiel des Lebens“ spielten. Alle Schüler waren sofort sehr herzlich zu uns und aufgeregt über den unerwarteten Besuch. So kam es dann auch in der Pause dazu, dass auf dem Schulhof ca. 20 Personen um uns Deutsche herum standen und interessiert Fragen stellten. „Wie ist das Wetter in Deutschland?“ “ Wie sieht es dort aus?“ Gefällt es euch hier?“ und ähnliches bekamen wir zu hören. Es machte Spaß ihnen Typisches aus unserer Heimat zu erzählen, wie z.B. von dem z.Z. sehr aktuellem Oktoberfest in München. Gegen Mittag fuhren dann unsere amerikanischen Austauschpartner sowie wir Deutschen in ein nahe gelegenes Shopping- Center, wo wir knappe 2 Stunden Zeit zum Ausruhen und Einkaufen hatten. Alle Schüler verteilten sich sofort in die verschiedensten Richtungen, denn jeder hatte das gleiche Ziel vor Augen: einkaufen! Da das Wetter an diesem Tag allerdings sehr schön und vor allem unglaublich sonnig war, wurde das viele Laufen schnell anstrengend, so dass wir uns nach einiger Zeit erschöpft niederließen, um den schönen Tag in Ruhe zu genießen. Während der zweiten Probe des Orchesters versuchten wir, die in dem späteren Konzert nicht mitwirken sollten, eine weitere Einkaufsmöglichkeit zu finden. Wir landeten schließlich bei einem Supermarkt, der zu Fuß gut zu erreichen war. Nach einem kurzen Aufenthalt gelangten wir zurück zur Schule, wo wir die Gelegenheit erhielten, einem echten amerikanischem Footballtraining zuzusehen. Da wir so etwas vorher noch nicht erlebt hatten, war dies eine Art „Highlight“ für uns. Nach kurzem Zögern beschloss Melina Felicitas M., eine unserer Gruppe, dann, den Trainer zu fragen, ob sie ein Foto zusammen mit der Footballmannschaft aufnehmen dürfte. Freundlicherweise willigte dieser sofort ein, so dass es keine zwei Minuten dauerte, bis wir ein schönes Erinnerungssouvenir schießen konnten. Um 18 Uhr aßen wir schließlich alle gemeinsam Pizza und erkundeten die Sporthalle, wie auch die „Hall of Fame“, in der sämtliche Pokale, Fotos und Auszeichnungen ausgestellt waren. Viele vergrößerte Bilder und Plakate, die erfolgreiche Schüler der Schule darstellten, hingen an den Wänden. Wir konnten Footballer, Volleyballer und andere Sportler betrachten. Außerdem prangten 100. von Pokalen an der Raumdecke. Mitten drin standen einige Vitrinen, wie auch die der Cheerleadermannschaft der Farragut Highschool. Man konnte wahrhaftig erkennen, dass diese Schule Gründe hat, auf ihre Schüler stolz zu sein! Nach dieser kurzen Pause begann das Konzert, das das Schulorchester der CCA und der Farragut Highschool vorbereitet hatte, weshalb wir an diesem „Ausflug“ teilnehmen durften, pünktlich um 19 Uhr und endete gegen 19.45 Uhr. Zwischenzeitlich dirigierten die Lehrerinnen der beiden Schulen abwechselnd die Gruppe. Erschöpft stiegen wir in den Bus ein, der uns zurück zu unserer amerikanischen Gastschule brachte. Rückblickend war es eine tolle Erfahrung, eine andere Highschool kennen gelernt zu haben. Im Gegenteil zur CCA konnten wir bei unserem Ausflug einen typischen amerikanischen Schultag miterleben und hierbei erkennen, dass unsere Partnerschule doch etwas ganz Besonderes ist!

Erste Eindrücke vom Center for Creative Arts in Chattanooga

Unser erster Tag nach der Ankunft war gleichzeitig unser erster Schultag am Center for Creative Arts. Die Schule hat den Anspruch, sehr kreativ zu sein. Hier werden Fächer angeboten wie Tanzen, kreatives Schreiben, Theater und andere. Es gibt natürlich auch „normale“ Fächer wie zum Beispiel Mathe, Englisch oder Biologie. Im Unterricht herrscht ein lockeres Verhältnisse zwischen Lehren und Schülern untereinander. Die Schüler arbeiten oft selbstständig entweder in der Gruppe oder alleine. Am Ende der Stunde müssen sie meistens ihr Erarbeitetes dem Lehrer/Lehrerin geben. Man sieht, Schule am CCA und Schule am Beisenkamp Gymnasium ist sehr unterschiedlich. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb hat uns der erste Schultag am CCA gut gefallen, an dem wir zusammen mit unseren Austauschpartnern/Austauschpartnerinnen die verschiedenen Schulstunden besuchten. In der Mittagspause wurden wir von der neuen Schulleiterin des CCA, Ms. Debbie Smith, willkommen geheißen. Sie sagte uns, sie sei sehr daran interessiert, von uns zu hören, wie das CCA auf uns wirke und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu unserem Schulalltag uns besonders auffallen würden. Wir versprachen, ihr eine Rückmeldung zu geben, wenn wir etwas mehr Einblick in den hiesigen Schulalltag gewonnen hätten. Es war sogar eine Reporterin von der örtlichen Zeitung da, der Chattanooga Times Free Press, die uns interviewte. Am nächsten Tag stand schon ein Artikel mit Foto in der Zeitung. Am Mittwoch bekamen wir unseren eigenen Stundenplan und besuchten nun selbständig kreative und auch „normale“ Unterrichtsfächer. Der Stundenplan sieht an der CCA anders aus als wir es in Deutschland gewohnt sind. Jeder Schüler hat seinen eigenen Plan. Es gibt keine Klassen wie bei uns. Der Unterricht beginnt um 9 Uhr und endet um 16 Uhr. Zwischen 12.30 und 13.30 ist eine Stunde Mittagspause, die man üblicherweise in der Schulcafeteria verbringt. Viele Schüler essen das hier angeboten Essen, manche bringen aber auch ihr eigenes Lunch mit. Die Verteilung der Stunden über die Woche ist für uns auch ungewöhnlich. Hier gibt es A-days (Montag und Mittwoch) und B-days (Dienstag und Donnerstag), an denen ein Schüler jeweils die gleichen Fächer hat. Sie haben vor der Mittagspause zwei Unterrichtsblöcke, die jeweils 1,5 Stunden dauern. Nach der Mittagspause gibt es noch einmal zwei Unterrichtsblöcke à 90 Minuten. Freitags haben sie alle acht Fächer der A- und B-days hintereinander, aber verkürzt auf jeweils 40 Minuten. Für viele Schüler ist der Schultag nach 16 Uhr noch nicht beendet. Sie bleiben danach noch für Proben und andere Aktivitäten in der Schule.

Anreise: 28.09.08

Um halb sechs trafen alle nach und nach am Bahnhof ein. Wir verabschiedeten uns von unseren Eltern und Freunden und stiegen in den Zug. Auf dem Weg nach Köln war der Zug relativ leer und wir hatten alle genug Platz. Ca. Viertel vor 8 kamen wir in Köln an und mussten das Gleis wechseln. Diese Schwierigkeit erledigten wir ohne Probleme. Als der Zug einfuhr, verteilten wir uns etwas, aber selbst das nutzte nichts. Der Zug war total überfüllt und da wir keine Platzreservierungen hatten, mussten wir uns durch den Zug „quetschen“. Frankfurt erreichten wir um 8.45 Uhr. Nachdem alle ausgestiegen waren, bewegte sich die komplette Gruppe zum Check-In. Auch diese Hürde erledigten wir mit Leichtigkeit. Nachdem unser Gepäck aufgegeben worden war, liefen wir zum Sicherheitscheck. Wir wurden alle durchleuchtet und alles verlief gut. Nach der Passkontrolle stöberten wir noch etwas durch die Shops. Um 11.20h war Boarding und wir nahmen im Flugzeug Platz. Dieses startete dann auch relativ schnell und wir waren in der Luft. Für viele war es der erste Flug, der ihnen aber in sehr angenehmer Erinnerung bleiben wird. Wir hatten sehr viel Spaß hoch in der Luft. Nach guten 9,5 Stunden landeten wir in Atlanta. Zunächst erreichten wir die erste Passkontrolle, in der unsere Fingerabdrücke genommen und ein Foto von jedem einzelnen gemacht wurde. Anschließend bekam jeder seine Koffer. Da die amerikanischen Flughäfen enorme Sicherheitsmassnahmen durchführen, wurden wir erneut kontrolliert, mussten unsere Koffer ein zweites Mal abgeben und durch eine letzte Sicherheitskontrolle hindurch. Danach fuhren wir mit einer Art U-Bahn, ohne die man durch den größten Flughafen der Welt gar nicht gelangen könnte, zur Kofferannahmestelle. Dort warteten auch schon einige unserer Austauschpartner freudig mit Begrüßungsplakaten. Als alle – bis auf Lisa, deren zweiter Koffer vermisst wurde – schließlich ihr Gepäck in den Händen hielten, kamen wir zu einem gelben amerikanischen Schulbus, der uns nach langem Warten zur CCA, unserer Schule für die kommenden vier Wochen, brachte. Freundlich wurden wir dort von unseren Gastfamilien empfangen.