Beisenkamp Gymnasium Hamm

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„Beisenkontrolle – sind wir bereit unsere Privatsphäre für eine sichere Schule einzutauschen?“

 

Das will der Q-2-Philosophiekurs von den Beisenkamp-Schülern wissen und wertet derzeit eine Befragung aus. Der Grund dafür ist das überraschende Ergebnis eines sozialen Experiments, das der Kurs am 15.11.18 anlässlich des Welttags der Philosophie durchgeführt hat. Die Philosophen des Abiturjahrgangs hatten an den Eingängen unserer Schule morgens Schüler um eine Taschenkontrolle gebeten, um das Thema „Sicherheit kontra Privatsphäre“ zu problematisieren. Überraschend am Ergebnis war, dass die Schüler wider Erwarten keinen nennenswerten Wiederstand geleistet hatten.

Zum Welttag der Philosophie hatten sich alle Philosophiekurse der Schule das Motto „Wie wollen wir in Zukunft leben?“ gesetzt und Präsentationen vorbereitet. Während andere Kurse selbst gedrehte Filme zeigten und Umfragen zu Schülerträumen ihrer eigenen Zukunft veröffentlichten, setzte der Philosophiekurs der Q2 eine ganz andere Idee um: Die 14 Kursmitglieder hatte sich die Schule der Zukunft vorgestellt, in der Sicherheit durch Überwachung das oberste Gebot ist: Videoüberwachung, Leibesvisitationen und Taschenkontrollen – soll in Zukunft so an Schulen für Sicherheit gesorgt werden, indem wir unsere Privatsphäre aufgeben und unter Generalverdacht stehen, Verbrechen zu begehen? Was in den USA schon Realität ist, sollten Schüler am Tag der Philosophie aufgrund des Experiments hinterfragen.

 

Die Schüler der Q2 postierten sich – allesamt ausgestattet mit Handschuhen, schwarzer Kleidung und Namensschildern – an vielbesuchten Eingängen im gesamten Gebäude. Besonders hervorzuheben ist, dass die rund fünfhundert Schüler keineswegs gezwungen waren, sich kontrollieren zu lassen. Bereits vor der Durchsuchung wurden die Schüler darauf aufmerksam gemacht, dass es auch möglich sei, kurz schriftlich zu begründen, warum sie die Kontrolle verweigern. Wer damit fertig war, durfte das Schulgebäude natürlich ebenso betreten.

 

Nachdem die letzten Schüler kontrolliert waren, folgte die Auswertung. Das überraschende und für die Q2-Schüler unerwartete Ergebnis:

Während die Kontrolleure mit Widerstand gerechnet hatten, verweigerten nur 23 von etwa 500 betroffenen Schülern die Taschenkontrolle – ein Rätsel, das sich auch nach der schwach besuchten Diskussionsrunde nicht aufklärte. Hier waren nur die Unterstufenschüler erschienen, die grundsätzlich für scharfe Kontrollen plädierten.

 

 

Der Artikel wurde am 3. Dezember 2018 um 09.46 Uhr verfasst und ist abgelegt unter Allgemein (RSS 2.0-Feed). Zur Zeit können keine Kommentare abgegeben werden. Setzen Sie doch einen Trackback auf Ihre Seite.